Neue Heizung, alte Frage: Wie Eigentümer den Tausch bezahlen können

Der alte Gaskessel ächzt, die Energiepreise schwanken, und irgendwann steht die Entscheidung im Raum: Die Heizung muss raus. Für viele Eigentümer beginnt dann die eigentliche Herausforderung – nicht die Technik, sondern die Finanzierung. Denn ein Heizungstausch kostet schnell einen fünfstelligen Betrag, besonders wenn es eine Wärmepumpe werden soll.

Wer das Geld nicht auf dem Konto hat, sollte zuerst einen Blick auf die staatlichen Förderprogramme werfen. Die Bundesförderung für effiziente Gebäude, kurz BEG, zahlt beim Austausch fossiler Heizungen einen Grundzuschuss – je nach Heizsystem und Einkommen können dabei mehrere Boni zusammenkommen. Wer früh handelt, profitiert zusätzlich vom sogenannten Klimageschwindigkeitsbonus. Und wer ein zu versteuerndes Jahreseinkommen von maximal 40.000 Euro hat, bekommt noch einen Einkommensbonus obendrauf. Das klingt nach viel Bürokratie, und das ist es auch. Aber der Aufwand lohnt sich oft mehr als jede Verhandlung mit dem Handwerksbetrieb.

Ein Detail, das viele übersehen: Der Antrag muss vor dem Auftrag gestellt werden. Wer den Heizungsbauer schon schwarz auf weiß beauftragt hat, schaut bei der Förderung in die Röhre. Unabhängige Energieberater – etwa von der Verbraucherzentrale – helfen gegen Gebühr dabei, Anträge richtig zu stellen und die passenden Heizsysteme zu finden. Die Beratungskosten werden sogar teilweise gefördert.

Reicht der Zuschuss nicht, bleibt der Kredit. Die staatliche KfW-Bank vergibt geförderte Kredite mit vergleichsweise günstigen Zinsen für Sanierungen, auch für den Heizungstausch. Alternativ bieten klassische Hausbanken Modernisierungskredite an, häufig ohne Grundbucheintrag, wenn die Summe unter rund 50.000 Euro bleibt. Vergleichen lohnt sich – die Zinsspannen zwischen den Angeboten können mehrere Prozentpunkte betragen. Manche Hausbesitzer stocken auch bestehende Immobilienkredite auf oder nutzen einen Rahmenkredit, das hängt stark von der individuellen Situation ab.

Und für alle, die sich nicht auf einmal festlegen wollen? Mietmodelle und Contracting tauchen inzwischen vermehrt auf dem Markt auf. Dabei zahlt der Eigentümer keine Anschaffungskosten, sondern einen monatlichen Betrag für Heizung, Wartung und oft auch den Energiebezug. Auf den ersten Blick bequem – auf Jahre gerechnet meist teurer. Ein genauer Blick in die Vertragslaufzeiten und Preisanpassungsklauseln ist hier Pflicht.

Am Ende steht eine Rechnung, die jeder selbst aufstellen muss: Förderhöhe, eigene Rücklagen, Kreditzinsen gegen die künftige Ersparnis beim Heizen. Wer gründlich plant, fährt oft deutlich günstiger als befürchtet. Wer überstürzt unterschreibt, zahlt doppelt drauf.