Jetzt ist er Wachs: Der Döner bekommt einen Platz bei Madame Tussauds

In Berlin steht jetzt ein Kebab im Museum. Klingt wie ein Scherz, ist aber wirklich so: Madame Tussauds hat einen Döner in Wachs gegossen und stellt ihn ab dieser Woche aus. Das teilte das Wachsfigurenkabinett mit.

Damit reiht sich der drehbare Fleischspieß in ziemlich illustre Gesellschaft ein. Rund 120 Prominente aus Politik, Sport, Musik und Film haben im Berliner Kabinett bereits ihren Platz gefunden – von Bundeskanzlern über Fußballstars bis zu internationalen Popgrößen. Und mittendrin: der Döner. Fast schon absurd, aber irgendwie auch folgerichtig für eine Stadt, in der auf manchen Straßenzügen mehr Dönerbuden stehen als Kioske.

Der Spieß gilt längst als inoffizielles Wahrzeichen der Hauptstadt. Geschätzte Zahlen gehen davon aus, dass in Berlin hunderte Dönerläden täglich Tausende Portionen über die Theke reichen. Erfunden beziehungsweise populär gemacht wurde das Gericht nach gängiger Darstellung in den 1970er-Jahren in Kreuzberg – ausgerechnet in dem Stadtteil, der bis heute als kulinarisches Versuchslabor der Stadt gilt. Ob der Spieß, den Tussauds-Besucher nun zu sehen bekommen, mit Fettglanz und scharfer Soße modelliert wurde, lässt die Mitteilung offen. Aber wer schon mal nachts um drei vor einer Budenschlange stand, weiß: Der echte Döner glänzt.

Die Entscheidung dürfte nicht nur Touristen anlocken. Für viele Berliner ist der Döner ohnehin mehr als Fastfood – er steht für Migrationsgeschichte, für Spätnachmittage am Görlitzer Park, für Diskussionen um Soßen und Preise. Als die Stadt in den vergangenen Jahren über steigende Dönerpreise debattierte, schaltete sich sogar der Bundeskanzler halb im Scherz ein. Ein Foodprodukt, über das ein Kanzler spricht? Da liegt es nahe, ihm endlich einen Ehrenplatz zu geben.

Was genau Tussauds mit der Wachsnachbildung bezweckt, bleibt vorerst Vermutung. Museumsbesucher können aber schon bald neben Kanzlerfiguren, Sängern und Hollywoodstars auch dem stillen Star der Berliner Straßenküche begegnen. Man muss nur hoffen, dass niemand versucht, vom Spieß abzubeißen – im Gegensatz zum Original ist das hier nämlich keine gute Idee.