Der Japaner bricht Chinas Griff: Tischtennis-Weltrangliste erlebt historischen Wechsel

Ein 19-jähriger Japaner hat das Unvorstellbare geschafft. Nach acht Jahren chinesischer Dominanz an der Spitze der Tischtennis-Weltrangliste thronte erstmals wieder ein Spieler aus einem anderen Land an der Nummer eins. Das klingt nach einer statistischen Notiz — ist aber im Tischtennis so etwas wie ein Erdbeben.

China hatte diese Position wie eine Festung bewacht. Die Asiaten stellten über Jahre hinweg nicht nur die besten Männer und Frauen, sondern dominierten auch die Ranglisten so vollständig, dass es fast schon langweilig wurde. Doch nichts währt ewig im Sport. Der junge Japaner spielte sich mit einer Mischung aus technischer Brillanz und unbändiger Energie an die Spitze. Sein Aufstieg war weniger eine Überraschung für Experten — die sahen es kommen — sondern eher für die breite Öffentlichkeit, die sich an die chinesische Herrschaft gewöhnt hatte.

Bemerkenswert ist die historische Perspektive: In den letzten 25 Jahren gab es vor diesem Japaner nur drei andere Nummer-eins-Spieler außerhalb Chinas. Zwei davon waren Deutsche. Diese Namen stehen für längst vergangene Ären des Tischtennissports, Zeiten, in denen Europa noch konkurrenzfähig war. Der dritte war nicht-deutscher und nicht-chinesischer Herkunft. Die Tatsache, dass es in einem Vierteljahrhundert nur vier Nicht-Chinesen an der Spitze gab, unterstreicht die beachtliche Hegemonie, die gerade durchbrochen wurde.

Was macht dieser 19-Jährige anders? Trainer berichten von seiner Wildheit am Tisch, einer fast rücksichtslosen Spielweise, die ältere, berechnendere Gegner aus dem Konzept bringt. Er scheint die Angst vor den großen Namen nicht zu kennen — oder hat sie erfolgreich verdrängt. Das ist in einem Sport, der von Millionen in China professionell betrieben wird, ein seltenes Phänomen.

Die Frage, die sich nun stellt: Ist dies der Beginn einer neuen Epoche oder ein kurzes Aufflackern? Wird der Japaner seine Position behaupten können, wenn die ganze Aufmerksamkeit auf ihm ruht? Und welche anderen Länder könnten vom Riss in Chinas Rüstung profitieren? Für den Tischtennis-Sport bedeutet diese Verschiebung in jedem Fall: Es wird wieder interessant.