Deutscher Buchpreis: Heute Abend fällt die Entscheidung – welcher Roman hat Sie überzeugt?

Sechs Romane, eine Trophäe, 25.000 Euro Preisgeld: An diesem Abend wird in Frankfurt der Deutsche Buchpreis vergeben – und die Buchbranche schaut gebannt zu. Im Kaisersaal des Römers, wo sonst Königswahlen und Empfänge stattfanden, entscheidet sich, welcher deutschsprachige Roman des Jahres die Jury am stärksten überzeugt hat. Wer dort unten sitzt, hat übrigens schon gewonnen: Jeder der fünf weiteren Finalisten geht immerhin mit 2.500 Euro nach Hause.

Der Weg dorthin ist lang. Aus einer Flut von Einsendungen wählt die siebenköpfige Jury zunächst eine Longlist mit zwanzig Titeln, dann die Shortlist mit sechs. Übrig bleiben Romane, die kaum unterschiedlicher sein könnten – vom stillen Familienepos bis zum formal waghalsigen Experiment. Manche Kandidaten waren schon Wochen vor der Bekanntgabe in aller Munde, andere fanden erst durch die Nominierung ihre Leser. Genau das ist ja der Sinn der Sache: Der Preis, den der Börsenverein des Deutschen Buchhandels seit 2005 vergibt, funktioniert als riesiges Schaufenster. Buchhandlungen bestellen nach, Auflagen werden erhöht, und plötzlich liest ganz Deutschland denselben Roman.

Aber entscheidet die Jury auch richtig? Diese Frage wird jedes Jahr aufs Neue gestritten – im Feuilleton, in Buchpodcasts, am Küchentisch. Nicht selten setzte sich in der Vergangenheit ein Titel durch, den Kritiker zunächst unterschätzt hatten. Und umgekehrt gab es Favoriten, die leer ausgingen, obwohl halb Literaturdeutschland auf sie getippt hatte. Die Jury tagt übrigens noch am Tag der Preisverleihung selbst; bis zuletzt ist also nichts entschieden.

Jetzt sind Sie dran. Unsere Rezensentinnen und Rezensenten haben alle sechs Shortlist-Romane gelesen und bewertet – mal begeistert, mal skeptisch, gelegentlich richtig verknallt in einen Text. Die Kritiken finden Sie hier zum Nachlesen, falls Sie sich noch nicht festlegen wollen. Und dann: Sagen Sie es uns. Welches Buch hat Sie gepackt, welches hat Sie kalt gelassen, wem gönnen Sie den Preis?

Vielleicht liegt die Wahrheit ohnehin irgendwo dazwischen – zwischen dem Jurypreis und dem Publikumsliebling. Beides muss sich nicht ausschließen. Manchmal tut es das aber eben doch, und dann wird es richtig interessant. Heute Abend wissen wir mehr. Oder auch nicht: Denn am Ende entscheidet jeder Leser für sich, welcher Roman sein Gewinner ist.